Lange habe ich mir vorgenommen ins gelobte Land zu fahren. Man liest und hört viel über die Gewässer dort. Doch die erste Tour von mir sollte an ein Gewässer von The Carp Specialist gehen. Nachdem ich mir einige Seen im Internet angeschaut hatte, fiel mir die Entscheidung relativ leicht. Es sollte das Gewässer sein, wo manch ein Angler schon mehr als graue Haare bekam: The Great Lake! Nachdem ich mich mit meinem Kollegen Jonas kurzgeschlossen habe, buchten wir die Tour. Nun ging es an die Vorbereitung. Da wir nicht wussten wie die Verhältnisse vor Ort sein werden, mussten wir uns auf alles einstellen. Genau dies machte es interessant und spannend. Die Zeit bis zur Tour verging wie im Flug und dann war der Abend da. Der Bus wurde beladen und die Spannung stieg. Nach der fünfstündigen Autofahrt kamen wir endlich am See an. Bevor wir unseren Platz beziehen durften, mussten wir an
der Platzverlosung teilnehmen. Da wir die niedrigste Zahl gezogen hatten, durften wir als erstes unseren Platz aussuchen. Unsere Entscheidung fiel auf den bekannten Platz „Death man corner“.
Als wir mit dem Aufbau unseres Camps fertig waren, ging es mit dem Boot aufs Wasser um den einen oder anderen Spot ausfindig zu machen. Dies dauerte einige Zeit, denn der See war stark verkrautet und somit mussten wir zwischen dem Kraut die einzelnen kleinen Spots suchen. Zur späten Stunde legten wir unsere Ruten noch ab und gönnten uns danach unser erstes Bier. Denn jetzt war Urlaub angesagt. Nach einer Stärkung legten wir uns schlafen. Doch für meinen Kollegen hielt der Schlaf nicht lange an. Im Morgengrauen wurde er von einem Dauerton geweckt und kurze Zeit später konnte er einen wunderschönen Koi von 15kg landen.
Mit guter Stimmung bereiteten wir unser Frühstück vor und fachsimpelten über Futtertaktiken und unterschiedliche Montagen. Bei 25°, Sonne und leichtem Wind konnten wir uns so richtig entspannen. Nach der 3. Nacht tat sich bei mir noch immer nichts. Nun fing ich an zu grübeln und stellte meine Angelei in Frage. Habe ich mich für die richtigen Montagen entschieden? Sind meine Köder gut genug? Liegt mein Rig am Grund vernünftig? Als ich mich Mittwochmorgen gestärkt hatte, habe ich mir neue Rigs gebunden. Daraufhin suchte ich mir neue Spots und legte die Ruten neu ab. Bei einem Spot hatte ich sogar Fische gesehen und so stieg meine Motivation ein
bisschen. Auch an diesem Tag tat sich bei mir leider nichts. Doch als ich Donnerstagmorgen den ersten Kaffee aufsetzen wollte, schrie meine Funkbox los. Ich konnte es erst nicht fassen, doch voller Adrenalin lief ich sofort ins Wasser und nahm meine Rute auf. Sofort merkte ich, dass der Fisch in den Büschen festsaß. Ich sprang ins Schlauchboot und ruderte in Richtung Fisch. Als ich am Fisch ankam, sah ich dass es nicht leicht wird den Fisch dort zu befreien. Kurze Zeit später kam mein Kollege mit seinem Faltboot angefahren. Nun war Teamwork angesagt. Ich hielt die Schnur auf Spannung und mein Kumpel versuchte sie zu lösen. Nachdem die Schnur aus einigen Ästen gelöst war, konnten wir den Fisch keschern. Ich war echt glücklich! Die nächsten Tage tat sich leider nichts mehr. Dennoch genossen wir die Atmosphäre und hatten sehr viel zu lachen. Dies macht nämlich einen guten Urlaub aus.
Abschließend kann ich sagen: „Es war ein geiler Urlaub und ich komme wieder“
Tight Lines
Rudi
