Hattrick

Jeder von uns war sicherlich schon einmal in der Zwickmühle Beruf, Familie und Hobby unter einen Hut zu bringen. Vor einigen Wochen hatte ich mich vorgenommen dies zu schaffen und entschied mich trotz des vollen Kalenders für einen Overnighter. So fuhr ich direkt nach der Arbeit an mein Hausgewässer. Als ich verspätet am See angekommen war, musste ich leider feststellen, dass meine bevorzugten Plätze von anderen Anglern belegt waren. Daher habe ich mich erstmal für einen Kaffee und ein kleines Pläuschen zu meinem Kumpel gesellt, der sein Lager an der gegenüberliegenden Seeseite aufgestellt hatte. Während unseren Gespräch hörte ich plötzlich zweimal ein lautes Klatschen auf dem See: Watercraft aktiviert, volle Konzentration auf’s Wasser! Nach kurzer Zeit konnte ich zwei Fische in einem Bereich des Sees lokalisieren, in dem ich sie nie vermutet hätte.

Ich überlegte nicht lange und bezog an einem der nicht ausgebauten Angelplätze Stellung. Ich bestückte meine frisch geschärften Haken mit Ködern aus dem Hause MTC Baits. Eine Rute mit einem „Balanced Hookbait“, die zweite Rute mit einem „Snowman“ - bestehend aus einem 20mm Freezer Supa Tuna und einem Pop up Easter Fruit. Zu guter Letzt kamen 2x20mm Freezer Supa Tuna an die dritte Rute. Als Beifutter kamen eine Hand voll 15 und 20mm Freezer Baits Supa Tuna hinzu. Nun saß ich da. Die Ruten standen halb im Zelt, Platz zum Keschern und für die Matte war gerade so vorhanden. Nach einem leckeren Abendbrot – gelobt sei der Sandwichtoaster – und einem Kaffee, habe ich mich ein wenig auf’s Ohr gehauen. Nach kurzer Zeit ertönte plötzlich ein Dauerton aus meinem Bissanzeiger. Nach einem kämpferischen Drill konnte ich diesen schönen Fisch zum Landgang überreden. Noch bevor es dunkel wurde, habe ich meine frisch montierte Rute erneut am selben Spot ausgelegt. Die ersten Wolken zogen auf und es lag ein Gewitter in der Luft. Daher verkroch ich mich ein mein Zelt und kochte mich noch einen Kaffee. Kaum war der Kaffee fertig, ertönte erneut der selber Bissanzeiger lautstark und ich stand wieder voll im Drillmodus. Ich merkte sofort, dass es einer der größeren Fische aus dem See war. Als der Fisch im Netz lag, war ich einfach nur happy und bekam mein Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Die Nacht war sehr regnerisch und weitere Bisse blieben aus. Um Punkt 5 Uhr ging mein Wecker, denn ich wollte meine Ruten nochmal neu auslegen bevor die heiße Phase in den Morgenstunden begann. Ich holte alle Ruten rein und bestückte sie mit frischen Ködern. Danach machte ich mir ein Kaffee und beobachtete das Wasser. Plötzlich sah ich einen Fisch in Ufernähe. Ich zögerte nicht lange und legte ein meiner Ruten im Uferbereich ab. Danach habe ich es mir nochmal auf meiner Liege bequem gemacht und träumte ein wenig vor mich hin.  Nach weiteren zwei Stunden schrie plötzlich einer meiner Bissanzeiger auf. Als der Fisch im Kescher lag, bekam ich einen Dauerton auf der zweiten Rute. Ich konnte es nicht fassen. Nach gut zehn Minuten lag der zweite Fisch im Kescher. Ich war gerade dabei das Keschernetz aus dem Kescherstab zu lösen, da bekam ich den nächsten Fullrun auf der dritten Rute. In diesem Moment war ich echt überfordert. Zum Glück hatte ich meine Watstiefel an. Ich nahm die dritte Rute in die eine Hand und das Keschernetz in die andere und marschierte ab ins Wasser. Als der Fisch immer näher auf mich zukam, wurde ich sichtlich nervöser. Ich hatte noch keinen Plan, wie ich den Fisch landen soll. Als der erschöpfte Fisch vor mir war, nahm ich mein Keschernetz in die Hand und versuchte ihn zu keschern. Beim dritten Versuch hat es endlich geklappt! Ich war richtig erleichtert und konnte es immer noch nicht glauben, dass ich 3 Fische in meinem Kescher hatte. I was over the moon!  Nachdem ich meinen #Hattrick versorgt hatte, packte ich meinen Sachen zusammen. Denn an diesem Abend stand das große Spiel Deutschland gegen Italien bevor, welches ich mit meiner Familie schauen wollte.

 

Tight Lines

Eurer Rudi